Absprung für den Frieden

Klaus Renz plant einen Fallschirmabsprung in das berüchtigte Bellavista-Gefängnis in Medellin, Kolumbien

Der Stuttgarter Klaus Renz, ehemaliger Weltmeister im Fallschirmspringen und einer der erfolgreichsten Fallschirmsportler Baden-Württembergs plant einen Absprung in das berüchtigte Bellavista-Gefängnis in Medellin, Kolumbien. In Kolumbien herrscht Bürgerkrieg. Die verschiedenen Guerilla-Gruppen, Paramilitärs und Drogenkartelle bekämpfen sich gegenseitig und die Zivilbevölkerung trägt den Schaden. In der "Kultur des Todes" werden täglich unschuldige Menschen umgebracht. Im Gefängnis sind Mitglieder der unterschiedlichen Gruppen untergebracht. Wie zu erwarten führte dies in der Vergangenheit zu einer sehr hohen Gewaltbereitschaft im Gefängnis mit 40-60 Toten im Monat. Seit einigen Jahren hat sich dies jedoch geändert und inzwischen gehen vom Gefängnis Friedensinitiativen für das Land aus.

Klaus Renz will diesen Friedensprozess durch seinen Sprung ins Gefängnis unterstützen und so springt er im Namen des Friedens für Kolumbien.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden und medizinischen Direktors des Ärzteteams von humedica, Georg Müller (Solms), und dem Geschäftsführer von Prisma - Initiative für Jugendhilfe und Kriminalprävention (Leonberg) wird Renz vom 13.-18.2. nach Medellin fliegen. Der Absprung wird dort von Prison Fellowship Kolumbien organisiert. Die Veränderungen im Bellavista-Gefängnis sind u.a. auf die Arbeit von Prison Fellowship zurückzuführen.

Renz wollte ursprünglich schon im Jahr 2000 im Rahmen seines Guiness-Rekordes, der "Seven Continent Skydive World Tour 2000" den Absprung in das Gefängnis durchführen. Der Sprung wurde jedoch aus Sicherheitsgründen kurz vorher abgesagt, da es zu diesem Zeitpunkt in vielen Gefängnissen Kolumbien Revolten gab. Der Sprung wurde dann auf einen öffentlichen Platz verlegt. Dennoch hatte Renz die Gelegenheit, die Gefangenen zu besuchen. Er war tief beeindruckt von der Arbeit von Prison Fellowship und den Friedensinitiativen, die vom Gefängnis ausgingen und so versprach er den Gefangenen, dass er wiederkommen werde, um den Absprung nachzuholen.


Prison Fellowship International (PFI) ist eine NGO mit Beraterstatus bei dem Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. PFI hat unabhängige Mitgliedsorganisationen in 107 Ländern und ist im Bereich der freien Straffälligenhilfe tätig. PFI hilft Gefangenen, ehemaligen Gefangenen, Opfern von Kriminalität, sowie ihren Familien und setzt sich für Reformen im Strafrechtssystem ein. Dabei arbeitet PFI mit anderen NGOs und den jeweiligen Justizministerien zusammen, um dieses Ziel zu erreichen.
www.pfi.org

Prison Fellowship Kolumbien ist eine Mitgliedsorganisation von PFI. Neben der täglichen Arbeit im Gefängnis, Nachsorgeprojekten und Hilfen für Kinder von Gefangenen ist Prison Fellowship Kolumbien wesentlich daran beteiligt, den Friedensprozess in Kolumbien voranzutreiben.
http://www.geocities.com/PrisonFellowshipColombia/

Prisma - Initiative für Jugendhilfe und Kriminalprävention e.V. ist ebenso eine Mitgliedsorganisation von PFI. Prisma ist Träger des Jugendhofs Seehaus in Leonberg. Erstmals ist es in der BRD möglich, dass ein freier Träger Jugendstrafe vollziehen kann. In dem Projekt für Kriminalprävention werden Jugendliche die zu einer Freiheitsstrafe verurteilt sind durch schulische und berufliche Bildungsmaßnahmen, Sport, gemeinnützige Arbeit und die Vermittlung von Normen und Werten auf ein leben in Freiheit vorbereitet.
www.prisma-jugendhilfe.de

Humedica e.V. mit Sitz in Kaufbeuren ist im Gebiet der Katastrophenhilfe tätig. Bei der Katastrophe in Asien wurden humedica unlängst dadurch bekannt, dass innerhalb von 24 h mit dem ersten Ärzte-Team vor Ort waren und seitdem in Sri Lanka Ersthilfe leisten und beim Wiederaufbau beteiligt sind.
www.humedica.de


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